Selbstverwaltung


Selbstverwaltung ist an Waldorfschulen eine Selbstverständlichkeit. Sie ist in allen Teilen der Schulgemeinschaft unabdingbar und Kern einer Schule in Freiheit.

Die Freie Waldorfschule Dinslaken verwaltet sich bewusst selbst. Es gibt keinen Geschäftsführer oder Rektor, da die Eltern und Lehrer gewollt, die Geschicke der Schule gestalten, indem sie sich im Kollegium, in der Schulpflegschaft, im Schulgemeinschaftsrat, in den Vorständen der beiden Vereinen, in den vielen verschiedenen Arbeitskreisen und in den Konferenzen immer wieder über Form und Inhalt der Schule Gedanken machen und diese Aufgabe nicht Anderen überlassen.

Das Kollegium leistet die pädagogische Arbeit und leitet in geschäftsführender Funktion die Schule. Neben dieser Aufgabe stellt eine kollegiale Führung hohe Anforderungen an die sozialen Fähigkeiten der Lehrer. Mit dem Erarbeiten pädagogischer Konzepte, der Schaffung einer allen Beteiligten gerecht werdenden Gehaltsordnung, der gegenseitigen Qualitätssicherung des Unterrichts und mit personellen Entscheidungen sind wichtige Inhalte einer kollegialen Selbstverwaltung genannt.
Die Schulpflegschaft - hier treffen sich Vertreter der einzelnen Klassen und des Kollegiums - trägt die Gedanken, Aufgabenstellungen, Ideen und Probleme aus den Klassen zusammen und arbeitet an der Weiterentwicklung der Schule. Der Schulgemeinschaftsrat als gemeinsames Gremium der Eltern, Schüler und Lehrer wird mittelfristig diese Aufgaben übernehmen und ein Entscheidungsgremium werden.

Die Vorstände, zusammengesetzt aus Eltern und Lehrern bearbeitet - beraten durch den Finanzkreis - überwiegend Fragen wirtschaftlicher Natur. Gedanken und Ideen werden hier zusammengeführt, wenn sie an anderer Stelle in der Schule entstanden sind oder neu angeregt und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Beispiele für die Aufgaben sind die mittelfristige Finanzplanung der Schule, die Vertretung der Schule gegenüber Kommune, Bezirksregierung und Kultusministerium, ebenso ist der Trägervereinsvorstand Arbeitgeber der Lehrer und vieler Mitarbeiter.

In Zusammenhang mit der laufenden Diskussion um die Erneuerung des Schulwesens gewinnt folgendes Zitat Rudolf Steiners eine aktuelle Bedeutung:

„Das Erziehungs- und Unterrichtswesen, aus dem ja doch alles geistige Leben herauswächst, muss in die Verwaltung derer gestellt werden, die erziehen und unterrichten. In diese Verwaltung darf nichts hineinreden oder hineinregieren, was im Staate oder in der Wirtschaft tätig ist.”


(Rudolf Steiner, Die Kernpunkte der sozialen Frage, 1920)