Austauschprogramm "Brigitte Sauzay"

mit Frankreich für 8. bis 11. Klässler die Anmeldungen laufen! Anzeigen sind auf
www.dfjw.org/kleinanzeigen zu finden.

Nachdem du einEn AustauschpartnerIN gefunden hast und per Mai/WhatsApp in Kontakt mit ihm/ihr getreten bist, machst du die Zeiten des Besuches aus (drei Monate!).
Die Formulare, die bei uns in zwei Sprachen erhältlich sind, werden dann ausgefüllt und von dir an die Gastfamilie geschickt. So einfach ist das!

 



Schüleraustausch in Frankreich,

der Bericht einer 10 Klässlerin

Salut et Bonjour,
Ich bin Johanna aus der 10.Klasse und ich befinde mich gerade knapp 600 km weit weg, im schönen Dörfchen Thorigné d'Anjou in Frankreich.

Vor über einem Jahr, habe ich mich entschieden, am Brigitte-Sauzay-Programm teilzunehmen. Dieses Programm unterstützt Jugendliche, die einen Schüleraustausch über drei Monate nach Frankreich machen wollen. Es gibt eine Website, auf welcher viele Deutsche und Franzosen kleine Anzeigen aufgeben, in welchen sie über sich, ihrem Wohnort, ihrer Familie und ihren Freunden und warum sie überhaupt einen Austausch machen wollen berichten.

Ich habe mich stundenlang durch besagte Anzeigen geklickt, mir E-Mail Adressen raus geschrieben und einen Infobrief über mich verfasst. Allerdings kam irgendwie nichts dabei heraus, also beschloss ich eine eigene Annonce aufzugeben.

Prompt meldeten sich einige Französinnen bei mir und sogar ein Junge, der wie sich herausstellte, gar nicht aus Frankreich sondern, der französischsprachigen in Afrika liegenden Insel Réunion stammte, aber das ist eine andere Geschichte.

Schließlich legte ich mich auf eine Französin fest und wir fingen an unseren Austausch zu planen. Wir schrieben so, dass sie auf Deutsch schrieb und ich auf Französisch antwortete. Sie wollte gerne vom 13. Juni bis zum 23. August bleiben und ich entschied mich für den Zeitraum zwischen dem 26. September und dem 13. Dezember. So blieb meine Austauschpartnerin diese 10 Wochen. Es war eine spannende Erfahrung, da man mal spürte wie es ist, fast rund um die Uhr für jemanden verantwortlich zu sein. Und so gut ich mich auch mit ihr verstand und wie schön auch diese Zeit war, ich war trotzdem froh, als ich danach wieder ein wenig Zeit alleine hatte.

Nun ging es für mich los. Ich flog mit dem Flugzeug nach Paris und wurde dort von meiner Korrespondentin, ihrer Schwester und ihrem Vater abgeholt. Zuerst war es ein sehr komisches Gefühl mit ihr Französisch zu reden, schließlich hatte ich bisher her nur Deutsch mit ihr gesprochen. Ich merkte außerdem, dass es schon schwierig war in die Sprache reinzukommen und die Angst Fehler zu machen, zu ignorieren.

Die Familie ist zum Glück so nett, dass ich mich schon nach dem ersten Abend gut aufgehoben fühlte. Ich bin nun seit fast einem Monat hier und ich muss sagen, meine Französischkentnisse haben sich sowas von gebessert. Natürlich lerne ich hier das alltägliche Französisch und wahrscheinlich nicht Dieses, welches ich in den Klausuren und Prüfungen brauche. Doch ich bin der Meinung, dass es diese Grundlage brauch, um die Sprache richtig kennenzulernen, ja, sogar richtig zu verstehen.

Ich vermisse oft, einfach zu reden, ohne, dass ich groß nachdenken muss. Ich will auch gar nicht leugnen, dass es schwer und echt anstrengend ist, zumal das Schulsystem hier um einiges härter ist, als das Unsere. Ich mache viele Fehler und schreibe in der Schule auch oft einfach nur mit, ohne auch nur das Geringste verstanden zu haben, doch ich lerne hier mich auch mal über 2/5 Punkten zu freuen und zu sagen: „Du hast es versucht und nicht grundlegend versagt.“ Ich bekomme außerdem mit, wie sich Leute fühlen müssen, die sich nicht richtig angenommen fühlen, immer nur hinterher laufen.

Aber das reicht mit dem Rumgejammere. Ich bin hier glücklich und das ist das Wichtigste. Ich bin sehr dankbar, in dieser Familie gelandet zu sein und ich empfehle jedem, der überlegt, an einem Austausch teilzunehmen: Macht es. Springt über euren Schatten und überwältigt die Angst, solange in einer fremden Kultur, unter fremden Menschen und mit einer (fast) fremden Sprache zu leben. Es bringt so einiges für das Französischverständnis und ihr werdet mit vielen reichen und unbezahlbaren Erfahrungen belohnt.

Liebe Grüße/Cordialement

Johanna Rottig